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Dipl. Psych. Esther Schulz-Goldstein Briefe, Publikationen und Vorträge

28. September 2011

Der schwarze Tag

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Der schwarze Tag und die Ermordung Seyit Riza in Elazig.
Vortrag gehalten am 15. 9. 2008 Dersim – Cemaate Berlin Waterlooufer 7 -9

Der deutsche Botschafter Graf Wolf-Metternich konstatiert: „Die Geschichte des türkischen Reiches von seinem Beginn bis in die letzten Zeiten ist da, um die Richtigkeit des Satzes zu beweisen, dass im Orient Glaubensbekenntnis und Nationalität identisch sind, und jeder Osmane ist in seinem Inneren hiervon überzeugt.“1 Deshalb musste im türkischen Rumpfland nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches die Völker Kleinasiens türkisiert werden. Die Türkisierung charakterisierte er
folgendermaßen: „Türkisieren heißt, alles Nichttürkische vertreiben oder töten, vernichten und sich gewaltsam anderer Leute Besitz aneignen.“2 Es verstärkte sich der türkische mit dem europäischen nationalistischen Wahn, in dem im Zuge der dortigen Homogenisierung eine Religionsgemeinschaft als Volk ethnisiert wurde. Diese Ethnisierung geschah auch im
untergehenden Osmanischen Reich und beschreibt den Weg vom kulturellen Reichtum der Osmanlis in die Türkisierung. Deshalb konnten nur sunnitische Gläubige in das aus Europa übernommene homogenisierende Identitätskonzept der jungtürkischen Eliten in der aufzubauenden Republik aufgenommen werden. Deshalb gehörten der Völkermord und der kulturelle Genozid durch das Muttersprachenverbot zur Türkisierung Anatoliens. Der Völkermord in Dersim im Jahre 1937 und 1938 ist die vollendete Umsetzung der Homogenitätsthese der Jungtürken: „ein Reich, eine Sprache und eine Religion“. Der Staatstheoretiker Nicos Poulantza beschrieb wie die Homogenisierung der Differenzen durch den Staat und der Nation den Weg zu den Völkermorden bahnte. Dies hänge mit der Verräumlichung der Nation zusammen. Der Völkermord ist die spezifische Ausrottungsform auf dem nationalen Territorium, das durch Vernichtung homogenisiert werde. Jahre zuvor kostete der Homogenitätsanspruch der türkischen Regierung den syrischen, griechischen und armenischen Christen das Leben. Die Zazaki-Sprecher im Dersim haben einen speziellen Dersimer Glauben – Yitikate Dersimi -. Im friedlichen Zusammenleben mit den Armeniern hatten sie christliches Gedankengut übernommen. Sie hatten gemeinsame Heilige vor denen sie mit den Armeniern zusammen opferten und vertraten sich gegenseitig als Beschneidungspaten. Der Harput – Missionar Edward Carey war 1910 überzeugt, dass der dortige Glaube starken Einflüssen des
armenischen Christentums ausgesetzt war, und dass er viele Armenier absorbiert habe. Der theologischen Nähe entsprach das Zusammenleben mit dem christlich armenischen Nachbarn3, zu dessen Klöstern auch die Dersimer wallfahrten, dessen Heilige man gemeinsam verehrte und dessen Priester man achtete. Ein Pir der Region Kocgiri, westlich von Dersim, verneinte dem jungen osmanischen Beamten Hasan Resit Tangut jegliche armenische und alevitische Differenz: „ Die Distanz zwischen Aleviten und Armeniern misst nicht mehr als ein Zwiebelhäutchen. Diese glauben an Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist, wir nennen diese Dreiheit Allah, Mohammed und Ali. Sie haben zwölf Apostel wir haben 12 Imame. Gebets
und Fastenzeiten sind bei beiden Völkern ungefähr dieselben. Sie heiraten nur eine Frau, wir auch. Sie schneiden weder Bart noch Schnauz- noch Achselhaare, wie wir. Sie vollziehen wie wir keine rituellen Waschungen. Sie legen Zeugnis ab, indem sie das Kreuz auf ihrer Brust machen, wir, indem wir die Handfläche auf die Brust abstützen. Wir sind später unserem heiligen Ali nachgefolgt, weshalb wir uns Alevi nennen. Sonst gibt es zwischen uns keinen Unterschied”4. Diese Nähe zu den christlichen Armeniern wurde zur Wurzel ihres Untergangs, weil sie der Homogenität der Nation widersprach, die von den Jungtürken nur als sunnitisch gedacht werden konnte. Die Nähe des Yitikate Dersimi zum Christentum leitete die Homogenisierung als eine Seite der Türkisierung ein Dersim liegt im oberen Euphratgebiet Ostanatoliens und ist etwa so groß wie Bayern. Einige Gipfel des dortigen Antitaurus sind 3000er und deren Täler bilden Beckenlandschaften, die für das osmanische Militär lange Zeit uneinnehmbar waren. ”In den letzten 30 Jahren fand in Dersim 11-Mal eine Konfrontation mit der Armee statt. Der Armee war es niemals möglich, das Kutu-Tal zu betreten oder den Bakir Berg zu besteigen”5 referierte ein Anklagevertreter1937 im Prozess gegen Seyit Riza und den anderen Stammesführern in Elazig. Dieser geologische Vorteil ermöglichte den Dersimern unter denen Armenier, Kurden und auch Türken waren Jahrhunderte lang in einem relativ autonomen Status im Osmanischen Reich zu leben. Im traditionellen Kontext spielte bei den Zazaki-Sprechern, Sprache und Abstammung, für die Formulierung ihrer Identität keine Rolle. Vielmehr bildete bei ihnen- die jeweilige religiöse Zugehörigkeit wie überall im Orient die wichtigste Grundlage zur Wir-Gruppen- Identität6. Dabei verläuft
die entscheidende Grenze zwischen “Wir” und “Sie” nicht zwischen Sprachgruppen, sondern zwischen sunnitische Kurden, sunnitischen Zaza, und den Dersimer Gläubigen. Die nicht stattgefundene Nationengründung in Dersim, die Auflösung der
Stammesorganisationen und das damit verbundenen Versagen der religiösen Elite aus den heiligen Stämmen der Baba Mansur und der Kuresch hinterließ in der Identität der Dersimer der ersten Gastarbeitergeneration eine geographische Selbstinterpretation. Sie bezeichnen sich auch als Dimili oder Kirmanc. In Dersim heute existiert die Selbstbezeichnung Zaza für alle Zazaki – Sprecher, die auch von der türkischen Regierung in ihrer Muttersprachenanerkennung „ante Portas“ Europa übernommen wurde. Erst nach der türkischen Nationengründung und Entwicklung der türkischen
Luftwaffe konnte Dersim von der türkischen Armee erobert werden. In einem Gesetz der türkischen Zentralmacht taucht für Dersim der Name Tunceli- eiserne Hand- auf, was den Herrschaftsmodus der Zentralmacht auf den Punkt bringt.
Als Vorbereitung zum Völkermord in Dersim, wurde eine soziologische Studie 1932 erhoben7. Es wurden alle Stämme untersucht8, und die Anzahl der Erwachsenen gezählt. Zum Beispiel: „Bei den Abasanu wurden … 1500 Männer und 1300 Frauen gezählt.“ Sie waren 1926 am Koçkiri (Sivas) Aufstand beteiligt. Sie sind mit dem Kirgan-Stamm verfeindet und mit den Kalan, Yusufan, Demanu und Bachtiaren befreundet. Oder: „ Sie besitzen 10 Pferde, 2000 Rinder, 800 Schafe, 1500 Ziegen und 50 Maultiere usw.“9 Was auffällt ist, dass in der Studie zwar jedes Schaf aufzutauchen scheint aber
kein einziges Dersimer Kind. Den Auftakt zum Völkermord in Dersim, gab der sich nun „Vater der Türken” nennen lassende Atatürk in seiner Parlamentseröffnungsrede im Jahre 1936. Er sagte: ”Wenn es etwas Wichtiges in unseren inneren Angelegenheiten gibt, dann ist es nur die Dersim-Angelegenheit. Um diese Narbe, diesen furchtbaren Eiter in unserem Inneren samt der Wurzel anzupacken und aus zu säubern, müssen wir alles unternehmen. Egal was es koste, und die Regierung muss mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet werden, damit sie die dringend
erforderlichen Entscheidungen treffen kann.” 10 In der Völkermorddramaturgie spielt der Stamm der Abasanu eine
besondere Rolle, denn aus diesem Stamm kam Seyit Riza der berühmte Stammesführer. Dessen ältester Sohn wurde in der Logik der Studie vom Kirgan-Stamm ermordet. Dieser vom türkischen Militär meiner Meinung nach inszeniertem Mord provozierte logischer Weise Blutrache. Diese wiederum gab dem türkischen Militär den Vorwand zum Einmarsch in
Dersim. Vorbereitet wurde die Homogenisierung des Landes durch die Ausrottung Anderer, im Gesetz „Über die zwangsweise Ansiedlung“111925, dem Deportationsgesetz12 von 1934, dem „Tunceli-Gesetz“ von 1935 und dem
Pakt von Saaderabat 193713. Die wichtigste Kategorisierung im Deportationsgesetz war:„Gebiete die aus örtlichen, gesundheitspolitischen ökonomischen, kulturellen, politischen, militärischen und disziplinarischen Gründen entvölkert werden sollen und in denen die Ansiedlung verboten ist“. Dieses Gebiet war Dersim. Jene Ereignisse, die in Zazaki als „Schwarzer Tag“14, umschrieben werden, erfüllen auch die in der UN-Genozidkonvention aufgezählten Straftatbestände von Völkermord15. Diese Straftatbestände ereigneten sich in Dersim 1937/38 in denen 70 bis 140 Tausend Zaza erschossen oder vergast worden sind. Vor der Weltöffentlichkeit konnte dieser Völkermord verheimlicht werden, weil die Medien sich auf den tobenden Spanischen Bürgerkrieg gestürzt hatten und damit unbewusst Kemal Atatürk gestatteten diesen Bürgerkrieg als Vorhang für seine Verbrechen zu nutzen.
Henkerbericht Ýhsan S. Çaðlayangil
Das ehemalige Staatsoberhaupt16 der Türkei Ýhsan S. Çaðlayangil wurde von Ankara als Sonderbeauftragter zur Durchführung der Hinrichtungen der Eliten aus Dersim im November 1937 nach Elazig17 entsandt. Der Schauprozess eines fliegenden Gerichts, gegen die Eliten der Zaza, wurde im Kinosaal von Elazig durchgeführt. Das Publikum musste wie bei einer Kinovorführung eine Eintrittskarte kaufen18. Der Rahmen dieses Prozesses unterstreicht die Inszenierung und Dramaturgie eines Theaters, das mit dem Tod der Hauptdarsteller endet. Er erzählt in seinen Memoiren folgendes: “Es waren Monate vergangen, Seyit Riza und seine Gefährten waren verhaftet. Die Gerichtsverhandlungen liefen. Genau zu dieser Zeit wollte Atatürk nach Diyarbakir zur Eröffnungsfeier der über den Euphrat neu erbauten Singec – Brücke kommen. Er wollte über dem Landweg zur Brücke. Der Polizeipräsident Herr Sükrü Sökmensüer sagte mir. ”Atatürk wird die
Brücke eröffnen. Sechs tausend „weiße Hosen‟ aus dem Osten sind nun in Elazig. Sie wollen Atatürk bitten, dass Seyit Riza am Leben bleibt. Lassen wir keine Gelegenheit zu, dass die „weißen Hosen‟ vor Atatürk treten” Es
war der 19.11. 1937, ein Samstagnachmittag, der gesetzliche Wochenendtag. Atatürk wollte am Montag nach Elazig kommen. Von mir wurde verlangt: ”Wenn jemand hingerichtet werden soll, so soll es auch geschehen”, d.h. bevor die „weißen Hosen‟ vor Atatürk treten, sollten die Hinrichtungen vollstreckt worden sei.“19. Aufschlussreich ist beim Schreiber das er die Zazaki-Sprecher nicht beim Namen nennen kann. Sondern er bezeichnet sie nach so vielen Jahren nach dem Genozid mit ihrem Totengewand. Die Ostanatolier tragen im Grabweiße Kleidung. Sein verächtlicher Umgang verdinglicht die Zaza zu Totengewändern.
„Zu dieser Zeit war der Gouverneur von Elazig, Sükrü, der Staatsanwalt Senihi, der Polizeidirektor Serezli Ibrahim, als Stellvertreter des Staatsanwaltes, ein Freund von mir, anwesend. Sükrü Sökmensüer gab mir den Befehl: ”Hole Dir alle Informationen in der politischen Abteilung des Polizeipräsidiums. Der Schutz Atatürks vom Bahnhof bis zum Volkshaus ist
eure Aufgabe. ”Mit sechs Männern, unter ihnen vor allem Macar Mustafa, machte ich mich auf den Weg. Per Zug kamen wir in Elazig an. Ich ging zum Polizeidirektor Ibrahim. Er sagte mir, es sei unmöglich, dass der Staatsanwalt etwas tut, was gegen die Regeln verstoßen würde. Ich ging zum Staatsanwalt und legte ihm den Sachverhalt dar. Der berichtete mir, dass er vom Justizministerium schon eine Chiffre20 bekommen hätte, die Gerichte aber samstags keine Gerichtsverhandlungen durchführen dürfen und somit am Wochenendtag keine Urteile zu bekommen seien. Er fügte hinzu: ”Ich kann die Gerichte nicht beeinflussen.” Wir aber wollten, dass das Urteil gefällt wird, bevor Atatürk kommt und die Angelegenheit des Seyit Riza somit beendet und abgeschlossen sein wird“21. Der Polizeidirektor besteht auf einen rechtsstaatlichen Justizmord. Wie sicher der Schreiber und auch das Justizministerium einig sind, das vor dem Urteilsspruch der Tod von Seyit Riza feststand. Diese Sequenz unterstreicht den Charakter eines Schauprozesses indem das Justizministerium per Chiffre in diesen Prozess eingreift. “Ich wurde extra dafür von der Regierung beauftragt und hierher geschickt, damit ich diesen Sachverhalt erledige”, sagte ich. Der Stellvertreter des Staatsanwaltes, ein ehemaliger Mitschüler von mir im Fach Jura, empfahl: ”Sag dem Gouverneur, der Staatsanwalt soll ein Attest bekommen, und ich tue, was du willst.” Wir wollten, dass das Gericht an dem Wochenendtag tagt und das Urteil sofort vollstreckt wird. Der
Staatsanwalt erhielt ein Attest. Mein Freund vertrat als Stellvertreter den Staatsanwalt. Danach traf ich den Richter in seiner Wohnung. Er diktierte gerade das Urteil des Gerichtes. Während wir redeten, war er damit beschäftigt, das Urteil mit
der Schreibmaschine tippen zu lassen. Wir befanden uns in der CHP -Ära… Der Richter sagte mir. ”Am Samstag kann keine Gerichtsverhandlung stattfinden, das Gericht wird am Montag tagen und das Urteil fällen. Am
Dienstag können wir das Urteil vollstrecken”22. Damals existierte im Vierten Gebiet kein Berufungsrecht23. Abdullah Pascha sollte das Urteil als Kommandeur des Ausnahmezustandsgebietes bestätigen. So schrieb er auf ein leeres Blatt: ”Das obige Urteil wird hiermit bestätigt”, und signierte das leere Blatt. Wenn oben gestanden hätte “Abdullah Pascha Erhängung”, müsste er selbst erhängt werden. Ich sagte: ”An dem genannten Tag kommt doch Kemal, so erreichen wir nicht unseren
Zweck.” Der Richter unterbrach mich und sagte: ”Wir können nichts anderes tun.” Ich fragte ihn: ” Kommt es vor, dass ihr auch nach 17.00 Uhr Gerichtsverhandlungen fortsetzt? Aber ja doch, viele. Es gibt Tage, an denen wir bis neun oder zehn Uhr Gerichtsverhandlungen durchführen”, antwortete er. ”Also, dann, wenn ihr fünf Stunden nach Ende des Gerichtstages die Zeit verlängern könnt, könntet ihr nicht auch fünf Stunden vom Beginn an vor verlegen? D.h. wir eröffnen am Sonntagabend bei Tagesanbruch die Gerichtsverhandlung. Der Montag beginnt ab 24.00 Uhr, wir aber beginnen um 19 Uhr”, erwiderte ich. Der Richter sagte: ”Der Strom fällt aus.” ”Darauf haben wir auch eine Lösung gefunden. Wir können das Gefängnis mit dem Autoscheinwerfer beleuchten. Ins Volkshaus bringen wir Druckluftlampen.” ”Wir haben keinen Samiin24”, sagte er. Dafür haben wir auch eine Lösung. Wir lassen einen Samiin bringen. Wie viele Personen sollen erhängt werden?” fragte ich.“ Das kann ich nicht vor dem Urteil sagen.” Aber er fügte hinzu: ”Der Staatsanwalt verlangte die
Erhängung von 27 Personen.” ”Sollen wir unsere Vorbereitungen danach orientieren?”, fragte ich. ”Ich weiß nicht”, erwiderte er. Das Strafvollzugsgesetz schrieb vor, dass die Personen, die erhängt werden, einander nicht sehen. Wir versuchten diese Bedingung zu erfüllen. Wir stellten auf jedem Platz jeweils ein Tischchen, insgesamt vier. Der
Gouverneur fand einen Henker mit Zigeuner – Abstammung“ „Nachts um zwölf Uhr gingen wir zum Gefängnis. Mit dem
Autoscheinwerfer beleuchteten wir die Umgebung. Das Gefängnis hatte 72 Angeklagte. Wir brachten die Angeklagten zum Gericht. Der Zigeuner kam auch mit. Er verlangte pro Hinrichtung zehn türkische Lira. Wir akzeptierten. Die Angeklagten konnten kein Türkisch“25. Wenn die Angeklagten kein Türkisch sprachen, hat kein Richter mit den
Angeklagten gesprochen. „Das Urteil wurde gefällt. Sieben der Angeklagten wurden zum Tode verurteilt, für einige von ihnen lautete das Urteil auf Freispruch, für die anderen unterschiedlicher Haftstrafen. Da der Richter im Urteilsspruch
nicht den Begriff Hinrichtung, sondern die Todesstrafe verwendete, verstanden sie das Urteil nicht richtig. Sie jubelten: ”Keine Hinrichtung!”. Wir nahmen Seyit Riza mit und stiegen ins Automobil ein. Seyit Riza saß
zwischen den Polizeidirektor Ibrahim und mir. Der Jeep hielt auf dem Platz neben dem Gendarmeriequartier. Seyit Riza begriff die Lage erst, nachdem er die Tischchen sah. ”Ihr werdet uns erhängen”, wandte er sich mir zu und sagte: ”Bist du extra aus Ankara gekommen, um mich zu erhängen?” Wir sahen uns an. Ich stand zum ersten Mal vor Jemanden, der hingerichtet werden sollte, von Angesicht zu Angesicht. Er lächelte mich an. Der Staatsanwalt fragte, ob er beten wollte. Seyit Riza wollte nicht. Wir fragten ihn nach seinem letzten Wunsch. ”Ich habe nur 40 Lira und eine Uhr. Gebt
sie meinem Sohn”, sagte er. In diesem Augenblick wurde gerade die Hinrichtung von Findig Hafis vollstreckt. Während er erhängt wurde, riss das Seil zweimal. Als Findig Hafis hingerichtet wurde, stellte ich mich vor das Fenster, damit Seyit Riza es nicht sah. Seine Hinrichtung war beendet und wir brachten Seyit Riza auf dem Platz. Es war kalt und es gab keine
Menschenseele in der Gegend. Aber Seyit Riza sprach in die Leere, als ob er eine Rede zu einer Menschenmasse halten würde. ”Wir sind Nachfahren von Çaldiran. Wir sind unschuldig. Es ist eine Schande. Ein Terror. Ein Mord.”, sagte er. Es überlief mich kalt. Dieser alte Mann lief mit gleichmäßigen, scharfen Schritten dem alten Zigeuner entgegen und stieß
ihn um. Seyit Riza nahm das Seil und hängte es an seinen Kopf, trat den Stuhl und verwirkliche seine Hinrichtung selbst“ […]26
Welch Über – Ich entlastende Phantasien wurden hier nieder geschrieben. Nicht das Schicksal hat Seyit Riza auserkoren zum Tod durch den Strang, sondern das Gericht hat die Todesstrafe verhängt und Ýhsan S. Çaðlayangil hat den Justizmord auf dem kleinen Marktplatz in Elazig überwacht. So kann er seine eigene Verantwortung auf ein Schicksal projizieren um sich selbst von der Beihilfe beim Justizmord frei zu sprechen. Ýhsan S. Çaðlayangil muss in seinen Memoiren, ein weltliches und geistliches Oberhaupt der Zaza, in einen Offiziersmörder verwandeln. Damit erhält er einen Hauch von Legitimität für seine Tätigkeit. In Realität wurde Findig dieses Verbrechens an dem Oberstleutnant Ismail Hakki zu Unrecht
beschuldigt und trotzdem gehängt. Aber der Schreiber als Jurist weis, das hier ein Justizmord vorliegt denn er weiß genau, das auch in der kemalistischen ‚“Tötungsmaschinerie“ ein über 60-jähriger nicht gehängt werden darf. Deshalb wird ihm kalt. Eins fällt noch auf, dass Ýhsan S. Çaðlayangil der türkische Henkerassistent aus Ankara kein Wort Zazaki
sprach und Seyit Riza kein Wort Türkisch, wie der Memoirenschreiber selbst bezeugt hat. Der Polizeidirektor Ibrahim neben Seyit Riza im Auto sitzend, war kein Zaza und verstand auch kein Zazaki. Wie war ein Gespräch zwischen Ýhsan
S. Çaðlayangil und Seyit Riza möglich. Wie konnte er eine gehaltene Rede auf einem menschenleeren Marktplatz, an ein imaginiertes Volk, verstehen und überliefern, wenn er die Sprache des Sprechers nicht versteht. Diese erfundenen Worte des Schreibers, sind die Einschätzung der juristischen Legitimität, die er Seyit Riza projektiv in den Mund legen muss, um sichselbst zu entlasten.
„Meine Nerven waren sehr angeschlagen.” Mir ist kalt, ich gehe zum Hotel”, sagte ich zum Polizeidirektor. Als Seyit Riza hingerichtet wurde, war die Stimme des Sohns von Seyit Riza zu hören: ”Macht mich zum Diener, Sklaven, Hirten. Habt Erbarmen mit meiner Jugend, tötet mich nicht!” Der Sohn Seyit Riza sprach genauso wie sein Vater, kein Türkisch. Diese
überlieferten letzten Worte sind ein phantasiertes Produkt, und sollen eine Unterwerfung unter seine Henker dokumentieren.
„Ich fühlte mich sehr schlecht. Im Hotel schrieb ich zwei Seiten mit der Schreibmaschine. Als Überschrift schrieb ich: ”Wir sind unschuldig. Wir sind die Nachfahren von Çaldiran. Es ist eine Schande! Ein Terror. Ein Mord!”27 Der Text besticht durch seine Weinerlichkeit. Er ist beeindruckt von der Haltung des 76-jährigen Seyit Riza der aufrecht zu sterben wusste. Der Schreiber weiß, dass er an einem Justizmord beteiligt ist. Deshalb ist ihm schlecht. Glaubte der Schreiber damals seine Unschuld wiederherstellen zu können in dem er sich kurzfristig mit Seyit Riza identifizierte. Das er die
letzten Worte eines für die Zaza angesehenen Mannes der Nachwelt erfand um sich zu entschulden. Er fühlt jedoch nach fünfzig Jahren keine Notwendigkeit sich von diesem Justizmord zu distanzieren. Das hieße die Endidentifizierung vom charismatischen Kemal28. Aber damit müsste er, durch die Deidentifikation mit dem vergöttlichten Kemal, seine eigenen
primärnarzisstisch angereicherten Phantasien aufgeben. „Atatürk, kam einen Tag später nach Elazig, er ging davon aus, dass wir die Angelegenheit nicht rechtzeitig beenden könnten. Der Zug, mit dem er angekommen war, hatte Halt auf einem toten Gleis gemacht. Atatürk schlief, man hatte ihn nicht wecken wollen. Am Morgen habe ich einem Journalisten der Zeitung Ulus meinen Text vorgelesen, er wollte ihn haben. ”Man wird es nicht drucken”, sagte ich. Später las er ihn Sükrü Kaya vor29. ”Das gehtnicht”, soll er gesagt haben. Inzwischen sagte man mir, dass Atatürk mich zu sich gebeten hätte. Als ich dort war, frühstückte er gerade. Er zeigte mir ein Foto. Man hatte Seyit Riza fotografiert, als er hing. ”Was soll das Foto, Herr Polizeipräsident?“, fragte er mich. ”Ich weiß nichts davon”, sagte ich. ”Dann weißt du nicht, was um dich herum passiert”, sagte er und ergänzte. ”Schnell, geh und besorge das Negativ dieses Fotos und vernichte alle Fotos, die entwickelt wurden. Ich verließ ihn und recherchierte. Macar Mustafa, unser Zivilpolizist, hatte, nachdem ich den Tatort der Hinrichtung verlassen hatte, die Fotos gemacht. Er hatte sie entwickeln lassen und dem Gehilfen von Sükrü Kaya gegeben. Während des kurzen Gespräches stellte ich fest, dass Atatürk über alle Details Bescheid wusste. Er mochte so etwas nicht. Atatürk war ein demokratisch eingestellter Mensch. Ich vernichtete sofort die Negative. Zwei der Fotos nahm ich an mich. Ich ging zu Atatürk und überreichte ihm ein Foto und sagte: ”Ihr Befehl ist erfüllt”. ”Sind alle Bilder und Negative vernichtet worden?”, fragte er. ”Ja, sehen sie, nur zwei Fotos habe ich behalten”, erwiderte ich. ”Was soll mit denen geschehen?”, fragte Atatürk. ”Wenn Sie es erlauben, möchte ich eins Seiner Exzellenz geben, eins möchte ich behalten”. ”Was willst du mit dem Foto?”, fragte er. ”Wenn Sie erlauben, möchte ich meine Memoiren niederschreiben”.
Atatürk sagte” Gut, dann gib mir eins”30. Die Geschichte mit dem damaligen Veröffentlichungswunsch seiner
Erlebnisse ist doch mehr der Tatsache geschuldet, dass Ýhsan S. Çaðlayangil beweisen möchte, das der Segen Kemals auf seinem Buch liege. Versuchen wir doch zu rekonstruieren. Das Gericht tagte ab Sonntag 19 Uhr. Die Urteilsverkündung ist 24 Uhr mit sofortiger anschließender Hinrichtung. Der kleine Marktplatz, auf dem in Elazig Seyit Riza gehängt wurde, ist nach eigenen Recherchen der Autorin 5 Min. zu Fuß vom Kino dem Gerichtssaal entfernt. Wir können davon ausgehen, dass nach der Darstellung unseres Schreibers, Seyit Riza spätestens zwischen 24 und 1 Uhr Nachts erhängt wurde. In der Nacht soll also der Zivilpolizist ein Foto kurz nach der Hinrichtung gemacht haben. Seyit Riza kann nicht über Tage am Galgen gehangen haben, denn die 6000 Zaza, die ja in der Stadt um Gnade bitten wollten, wussten am Dienstag, als Kemal, durch den von ihnen gebildeten Korridor schritt, noch nichts von seiner Hinrichtung. Der Schreiber besteht aber darauf, dass sein Hilfspolizist kurz nachdem er den Platz verlassen habe, das Foto des Gehängten gemacht habe. Nachts um spätestens zwei Uhr im tiefsten Anatolien hat ein Hilfspolizist eine Fotografenausrüstung, mit Blitzlicht. Es gab kein Strom in Elazig, um eine Lichtquelle zu erzeugen für ein Foto eines Menschen der am Galgen hängt. Selbst wenn ein Foto gemacht worden wäre. Es gab 1937 kein Fotolabor in Elazig, das die Filmplatten entwickeln konnte. Selbst wenn der Hilfspolizist eine Leica sein eigen genannt haben könnte, wäre es unmöglich in der damaligen Zeit ein Foto innerhalb von 24 Stunden herzustellen, weil der Trocknungsprozesse das Filmnegativ allein schon 24 Stunden zum Trocknen damals benötigte. Wenn die Glasplatten zu schnell trockneten, löste sich die Filmschicht vom Glas. Der Trocknungsprozess des Fotos brauchte noch zusätzlich Zeit, bis es in der Fotopresse seinen letzten Schliff bekam. Meine weiter unten formulierte Hypothese der „Infantilität der Akteure in einer Diktatur“ wird durch Ýhsan S. Çaðlayangil besonders
deutlich belegt. Er erschreibt sich im nach hinein, nach 50 Jahren, die Erlaubnis für seine Memoiren von Kemal persönlich und muss nach diesem Justizmord, Kemal im Text zum Demokraten befördern. Demokraten mögen keine Beweismittel für ihre Justizmorde, scheint in den neunziger Jahren des alten Jahrhunderts, das Demokratieverständnis des durch Ýhsan S.
Çaðlayangil gewesen zu sein. „Ich gab es ihm. Atatürk stieg aus dem Zug aus und machte sich auf dem
Weg zum Volkshaus. Er fuhr nicht mit seinem Auto. Er ging mitten durch die Menge der „weißen Hosen”. Ich hatte meine Hände in den Hosentaschen, und hielt in jeder Hand jeweils eine Pistole. Die ”weißen Hosen” schauten,
ohne etwas zu sagen“31 . Er muss von der Friedlichkeit der Zaza sehr überzeugt gewesen sein, dass er nur 6 Leute gegen 6000 Zaza zum Schutze Kemals brauchte. Sie bilden für das Oberhaupt dieser Armee einen Korridor zum Volkshaus. Hier wird die Unterwerfungsbereitschaft der Zaza besonders deutlich. Bei diesen sechstausend 32 bedient Kemal die Objektrepräsentanz „“Sultan“, der man ehrfürchtig die Hand küsst. Gleichzeitig verdeutlicht, diese Szene die Absurdität, wenn von einem Aufstand oder Krieg in Dersim gesprochen wird. „Sobald einer im Begriff war, einen Schritt zu machen, würden wir es verhindern.“ Atatürk kam endlich lebendig am Volkshaus an und machte sich auf dem Weg zur Brücke. Ich war auch in der Truppe. Atatürks Sekretär Vali fragte mich: „Hast du eine Aufgabe?” Mir war nicht gut und ich antwortete:
„Atatürk ist ärgerlich auf mich”33. Meine Hypothese, das Größenphantasien eine adäquate Realitätswahrnehmung verhindern, ist besonders deutlich mit der Stelle belegt: „Sobald einer im Begriff war einen Schritt zu machen, würden wir
dies verhindern“. Wenn nur zehn von den 6 Tausend die Pistole auf Kemal gerichtet hätten, wäre Kemal erschossen worden, dann hätten Ýhsan S. Çaðlayangil, und seine 6 Soldaten keinerlei Chancen gehabt.
Im Tagesprotokoll des Militärs, hat man die Grausamkeitsarbeiter in Ausrottungseinheiten34organisiert.
Die türkische Armee dokumentierte 1938:
“Am 16 August 1938 bombardierte ein Flugzeug 500 Menschen mit ihrer Herde. (… In Macgirt wurden ebenfalls 52 Banditen vernichtet, die von der versammelten Masse flüchten wollten. […] Sie vernichteten nochmals 170 Banditen, die Widerstand geleistet hatten und setzten die Felder und Dörfer in dem Gebiet in Brand. […] Die Armeekorpse durchsuchten Höhlen, Steinhöhlen und jedes Loch, in dem sich eine Person verstecken kann. Bei der Durchsuchungsaktion wurden mit Hilfe von Artillerie- und Infantrietruppen die Höhlen angegriffen und viele Banditen vernichtet; […]. Dörfer, Häuser, Wohngebiete, sogar Felder und Wälder wurden in Brand gesteckt. (…) Bei einer Durchsuchung eines Gebiets wurden innerhalb von 17 Tagen 7959 Personen getötet[…]“35.
Doch was heißt im Militärprotokoll Widerstand leisten? An Hand der Verlustzahlen des Militärs können wir nachweisen, dass kein Aufstand in Dersim vorgelegen haben kann, weil es auf Seiten der Ausrottungseinheiten in der 2. und 3. Tuncelioperation 31 Tote und 69 Verletzte36 gegeben hat. Im ersten Jahr gab es einen Toten und 4 Verletzte37, die vom Militär jeweils mit 1000 Lira entschädigt wurden. Diesen 32 toten Soldaten stehen mindestens 70 Tausend tote Zaza gegenüber. Trotzdem konnte sich ein Mythos des heldenhaften Kampfes der Zaza gegen das türkische Militär durchsetzen. Bei den Überlebenden ist er Ausdruck ihrer Schamabwehr, denn es ist unerträglich abgeschlachtet zu werden, nur weil man atmet und deshalb müssen sie von Aufstand sprechen. Das Militär referiert in seinem Protokoll sich wehrende Banditen die später in ihrer Deutungsmacht zu Kombattanten werden und damit der Völkermord
zu einem Bürgerkrieg, in dem das Militär gezwungen ist einzugreifen. Die Verleugnung dieses Völkermordes beginnt bereits im Protokoll derGrausamkeitsarbeiter.
Henkerbericht Yahyagil
Er ist pensionierter Oberst und schrieb in seinem Buch, Die Zeugen
erzählen Said- Nursi, von seiner Teilnahme am Völkermord:”Im Jahre 1938 wurden wir als Staatsdiener entsandt, um die Aufständischen in Dersim niederzumetzeln. Der Zustand, den sie als Aufstand bezeichneten, war, dass einige Bergdörfler in jenem Jahr keine Steuern gezahlt hatten. DerBefehl, der uns erteilt wurde, war mit einem Wort ausgedrückt:“Vernichtung!”
”Lasst niemanden am Leben, Jung-Alt, Kind-Frau usw.” Die meisten dieser Menschen waren Rafizi38 Aber konnte man mit solch einer Vorgehensweise sie zum Guten bringen? ”Ich war Truppenkommandeur…”39 Was auffällig ist, es fehlen jegliche Schuld – Schamgefühle ob der Tatsache an einem Völkermord beteiligt gewesen zu sein.
Henkerbericht General Mushin Batur 40.

Neben vielen Zeugen hat auch der spätere Oberbefehlshaber der
Luftstreitkräfte Mushin Batur in seinen Memoiren erwähnt, dass er wegen
der Scham über „diesen Fall” nicht schreiben wolle: „Eines Tages bekam
unser Regiment einen Befehl… Nach einer bestimmten Truppenübungszeit
mussten wir nach Dersim… Am Berghang von Harput, etwas weiter entfernt
von Elazig liegend, stationierte sich unsere Truppe und nach einer Weile
sind wir in Pertek einmarschiert, den wir als ersten Haltepunkt beschlossen
hatten. Wir haben dort für zwei Monate eine Sonderaufgabe erfüllt. An
dieser Stelle entschuldige ich mich bei meinen Lesern und verzichte darauf,
über diesen Abschnitt meines Lebens zu erzählen”41.
Mushin Batur, war einer der fünf Anführer des Staatsstreichs vom 12. März
1971. Er lebte 1996 als Pensionär in einem der vornehmen Wohnviertel
Istanbuls mit Blick auf die Bucht von Fenerbahce. Er ließ in den “Zellen des
12. März” damals Tausende von jungen Leuten, Intellektuellen,
Schriftstellern und Journalisten in Ketten, mit Hand- und Fußfesseln
festhalten, und unterwarf sie schrecklichster Foltermethoden42.
Auf was sich das Schamgefühl des Herrn Batur, ob seiner Befehle bezieht,
wird im folgendem berichtet.
Henkerbericht Demirtas
In den Memoiren des türkischen Soldaten Demirtas aus Kars, der in Dersim
von 1937 – 38 als Kavallerist aktiv war, steht: „Wir sammelten die
Dorfbewohner in Dersim und sagten ihnen: „wir werden euch retten!“. Wir
brachten sie an die Ufer der Flüsse oder andere geeignete Ort. Danach
erschossen wir sie mit Maschinengewehren. „Wir töteten Sie alle: Frauen,
Kinder, Säuglinge, Greise und Jugendliche“. Unsere Offiziere forderten von
uns: „tötet alle Aleviten, lasst keinem am Leben“ Nach der Erschießung
stürzten sich die Soldaten wie die Wölfe auf die Leichen. Die Soldaten
krempelten den Frauenleichen die Ärmel hoch und rissen gierig die
Armreifen und Colliers von Hals und Armen. Die dersimischen Frauen
trugen immer Goldschmuck. Manchmal hackten die Soldaten den Frauen
16
die Arme ab, um an das Gold zukommen. Sie zertrümmerten ihre Gebisse
um an dass Zahngold zukommen. Es war damals wichtig einen Aleviten
zutöten, sein Gold an sich zunehmen, im Wohlstand zu leben und direkt ins
Paradies zugehen43. In vielen Dörfern sind wir nach diesem Muster
vorgegangen. Heute gibt es in Kars „Dersim Reiche“ die durch Raub und
Plünderung diesen Reichtum errungen haben“44.
Selten gibt es eine Quelle die so unverstellt einen Völkermord als
Bereicherungsmöglichkeit offenbart45.
Henkerbericht Sabiha Gökcen
Kemals armenische Adoptivtochter Sabiha Gökcen46, war die erste Pilotin
in der türkischen Armee und bombardierte Dersim mit Giftgas. Sie sagte
dem Journalisten der Zeitschrift „Nokta“ anlässlich des 50-jährigen
Jahrestages des Völkermords folgendes.
”Nokta: Wie wurde Ihnen der Angriffsbefehl erteilt?
Gökcen: Ich war damals in der Armee beschäftigt. Die Truppe der ich
angehörte, wurde mit dieser Aufgabe beauftragt. Wir machten uns
auf dem Weg. Bevor wir flogen, wussten wir, was zu tun war. Das
Ziel war direkt Dersim.
Nokta: Wann war die Ankunft Atatürks in das Operationsgebiet.
Gökcen : Er kam Ende 1937 anlässlich der Eröffnung einer Brücke in
Pertek. Im Operationsgebiet wurden Besichtigungen durchgeführt,
manchmal auch mit Atatürk. Ich zeigte ihm die Kriegsgebiete…”
Dieses Interview wurde ausgewählt, weil viele Zaza noch heute überzeugt
sind, das Kemal vom Völkermord nichts wusste. Ähnlich in Deutschland wo
die Phantasie in der Bevölkerung in Westdeutschland bis in die 70 Jahre
herrschte das der „Führer“ nichts von der Ermordung der Juden gewusst
habe.
Der Völkermord in Dersim von 1937/38 hat Auswirkungen auf die heutige
deutsche Gesellschaft.
17
Ein kultureller Genozid in der Bundesrepublik an den Dersimern
A Das Muttersprachenverbot
Die Zerstörung der ethnischen Identität aller massakrierten Ethnien
aus Anatolien, geschieht im so genannten muttersprachlichen
Unterricht in Deutschland. Unter dem Begriff der „Bergtürken“
werden sie im Türkischunterricht zusammengefasst. Es traf die
Sprachgruppen in der Türkei die einem Muttersprachenverbot in der
Türkei unterlagen. Die deutsche Bürokratie machte es sich leicht und
verwechselte schlicht Staatsbürgerschaft mit ethnischer Identität.
Deshalb wurde die ethnische Identität der Zazakisprecher, durch den
verlängerten Arm türkischer Ideologie auch hier weiter zerstört und
türkisiert. Die Türkisierung ist Teil eines kulturellen Genozids, der
nunmehr, importiert aus der Türkischen Republik, im Geltungsbereich
des deutschen Grundgesetzes im Türkischunterricht weiter
durchgeführt wird. Damit bekam Artikel 62 der türkischen Verfassung
Rechtsgültigkeit auf deutschem Hoheitsgebiet. Es heißt darin: „Der
Staat trifft die notwendigen Maßnahmen zur Gewährleistung der
Einheit der Familie der im Ausland arbeitenden türkischen
Staatsbürger, der Erziehung ihrer Kinder, ihrer kulturellen
Bedürfnisse und ihrer sozialen Sicherheit, zum Schutz ihrer
Bindungen an das Vaterland […] “. Die schiere Unkenntnis türkischer
Verhältnisse und kleinasiatischer Sprachen half die
Türkisierungsstrategie Ankaras in den Verträgen zur
Gastarbeiterregelung abzusegnen. Atatürks Ausspruch: “Ne mutlu
Türküm diyene” Wie glücklich ist der, der sagen kann, ich bin Türke,
wurde in Deutschland weiter eingeübt. Die eurozentristische
Provinzialität des deutschen Außenministeriums kam dem entgegen
und initiierte eine Identitätszerstörung unter den Kindern
kleinasiatischen Gastarbeiter deren „Muttersprachlichkeit“ mit Hilfe
des Türkischunterrichts erhalten bleiben sollte. In einem Vortrag
jedoch vor der türkischen Kriegsakademie wurde 1969 festgestellt,
daß 71 % aller Dörfer in den achtzehn östlichen Provinzen Radio
18
hätten. Jedoch die meisten Menschen die türkischsprachigen
Sendungen Radio Diyarbakïrs nicht verstehen können und deshalb der
überwiegende Teil von 51, 3 % den armenischen Sender aus Eriwan
hören47. Die Zazakisprecher kommen aus dem untersuchten Gebiet
und sprachen bewiesener Maßen kein Türkisch als sie nach
Deutschland kamen.
B Die Identitätszerstörung durch nationalistische Ideologie
Das türkische Konsulat und auch das deutsche Schulamt stellen und
bezahlen im Geiste Atatürks ausgebildete Lehrer, die „entsprechend
der Auffassung vom Nationalismus, wie sie Atatürk, der Gründer der
Republik Türkei, der unsterbliche Führer und einzigartige Held,
verkündet hat,“48 geschult werden. Die zazaki sprechenden Kinder
mussten im Alter von sieben Jahren zwei Fremdsprachen erlernen –
deutsch und türkisch – von je einem Lehrer, der ausschließlich für
muttersprachlichen Unterricht in der jeweiligen Landessprache
ausgebildet war. Dieses Factum brutum füllte die Schulen für
Lernbehinderte mit Zaza-Kindern.
Fast jedes Mal beginnt bis heute in Kreuzberg oder Hildesheim der
Türkischunterricht mit dem Klassengelöbnis:
Ich bin Türke,
Ich bin aufrichtig.
Ich bin fleißig.
Mein Gesetz ist: die Kleinen zu schützen und die Älteren zu achten
und zu respektieren.
Mein Land, meine Nation mehr als mich selbst zu lieben.
Oh Mustafa Kemal, der du unsere Tage geschaffen hast. Du großer
Vater aller Türken!49
Den Weg, den du gewiesen, die Nation, die du erschaffen, dem Ideal, das
Du erweckst, dem Ziel, das du gezeigt, gelobe ich zu folgen.50
Dieses Gelöbnis offenbart die erschwerte Integration eines getürkten
Zaza in die deutsche Geisteswelt. Früh liebt ein Zaza-Kind Atatürk, an
den alle Bewunderung gebunden ist und kaum noch etwas übrig lässt
19
für Friedrich den Großen oder das deutsche Grundgesetz. Mit diesem
fünf Jahre währenden autosuggestiven Spruch im Türkischunterricht
beginnt unter anderem eine türkische Identitätskonstruktion eines
deutschen zaza-stämmigen Kindes. Ein weiteres Problem ist der von
einer Ideologie geforderter Zwang zur Identifikation mit einem
Aggressor, der das Gelöbnis durchzieht: Es könnten die
Kulturminister der Bundesländer Atatürk im Klassengelöbnis durch
Hitler ersetzen lassen und das Klassengelöbnis in den jüdischen
Schulen mit der gleichen Berechtigung jeden Morgen skandieren
lassen, wie das im Türkischunterricht mit Atatürk ungestört geschieht.
Gott sei Dank wäre das in Deutschland nicht möglich, aber der Henker
der Großeltern der Kinder aus Dersim darf in Deutschland im
Schulunterricht zum Schöpfer ihrer Tage werden.
Die psychischen Konsequenzen dieser Identitätskonstruktion werden
in unserem Land ins Gefängnis ausgelagert.
C. Die Identitätszerstörung durch das Namensverbot aus der eigenen
Kultur
Vom türkischen Konsulat in Köln und dem deutschem Standesamt
gemeinsam erstellte Namenslisten liegen auf deutschen Standesämtern
aus und legen fest, welcher Name türkisch sei. Beide Parteien, Eltern
und Standesbeamte, sind bei der Anmeldung eines neugeborenen
Zaza-Kindes an diese Listen in der Namensgebung gebunden. Ein
Deutschland geborenes Zaza-Kind darf keinen Namen aus seiner
eigenen Kultur tragen weil es mit seinem ersten Atemzug in
Deutschland bereits türkisiert wird.
So ragt der Völkermord in Dersim – und nicht nur dieser – in die deutsche
Gesellschaft hinein und hat die bundesdeutsche Schulbürokratie und alle,
die mit den Kindern der Zaza beschäftigt waren, zu unbewussten Tätern in
einem kulturellen Genozid werden lassen. Das Bestehen auf dem Türke-
Sein im Klassengelöbnis, auf den Standesämtern, im Schulunterricht, im
Gelöbnis und die Verlängerung des Muttersprachenverbots für Zazaki durch
20
das Lehren der türkischen Sprache im Gewand einer Muttersprache
stabilisiert das türkische Völkermordtabu im Geltungsbereich der deutschen
Verfassung.
In der Nationengründung hat das Militär gestellt von türkischen Stämmen
nach dem Untergang des Osmanischen Reichs die Macht an sich gerissen
und hält sie bis heute in seinen Händen. Die Völker Anatoliens, sind das
Resultat einer türkisierenden Gehirnwäsche. Die Identität der Türken wurde
auf dem I51 und II52 Kongress der CHP 1932 und 1935 festgelegt, als
einundsechzig Wissenschaftler ihre Ergebnisse –„Was ist türkisch“ vor stellten.
Die Lehrer in den Grundschulen und Gymnasien wurden mit den Beschlüssen der
Partei für ihren Unterricht, was türkisch sei, präpariert. Deshalb wird bis heute
ein kultureller Genozid an den nicht türkischsprachigen Völkern
durchgeführt. Aus dem gleichen Grund werden seit den sechziger Jahren des
letzten Jahrhunderts in Dersim und in der alten und neuen Bundesrepublik
alle Zazaki sprechenden Schüler in ihrer Ursprungsidentität entwürdigt und
zerstört.
Die Dersimer Kulturgemeinden fordern für ihre Schulkinder, die im
Skandalon der deutschen Hauptschulen, trilingual und Atatürk-Anbeter
werden müssen in den politischen Gremien dieser Missstand in der
deutschen Gesellschaft zu beseitigen.
Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass sie niemals ein solches Unrecht an
den Zaza-Kindern zugelassen hätten, wenn ihnen ihre Geschichte bekannt
gewesen wäre.
Die Parlamente, die den Überlebenden in der heutigen Zeit das
innerpsychisch verankerte Lebensrecht in der Nichtanerkennung des
Völkermords verweigern, anerkennen heute, ob sie es wollen oder nicht,
einen Genozid als innenpolitische Konfliktlösung an. Dies ist jedoch
unerträglich für Betroffene wie den Dersimern, in deren Geschlechterkette
der Völkermord 1937/38 geschah.
Zu guter letzt soll unsere Veranstaltung eine Entscheidungshilfe für
die politischen Verantwortungsträger in der Anerkennung der Völkermorde
an den Christen Kleinasiens: den Armeniern, den Griechen Kappadokiens,
21
des Pontos und Ioniens, der syrischen Christenheit und den Dersimern mit
ihrem Glauben werden.
So lange die Völkermorde nicht anerkannt werden, müssen die
Betroffenen fürchten, dass sich die Geschehnisse wiederholen könnten. Das
zwingt sie in ein quälendes paranoides Phantasma, denn alle Völker, die den
Überlebenden das Lebensrecht mit der Anerkennung des Völkermordes
nicht zurückgeben, müssen als potentielle Verfolger innerlich verarbeitet
werden.
Beim Völkermord in Dersim – unleugbar in Friedenszeiten – entfällt
das zentrale Argument des Völkermordtabus der Türken, das nur durch
Kriegsgeschehen solche Gräuel geschehen seien. Deshalb hoffe ich, dass
unsere heutige Konferenz, mit zu einem Motor für das Bemühen in der
deutschen Gesellschaft wird, sich erneut der Frage zu stellen, ob sie
weiterhin den Nachkommen der massakrierten Völker Kleinasiens ihr
innerpsychisch zu verankerndes Lebensrecht verweigern können.
Denn wenn sie es ihnen zurückgeben würden, könnten alle Menschen in und
aus Kleinasien sagen “Ne mutlu Anadoluya diyene”53

 

 

Ich danke Ihnen für ihre Aufmerksamkeit.

1 Graf Wolf – Metternich, Botschafter in außerordentlicher Mission vom 15. November 1915 bis 3.
Oktober 1916. in Konstantinopel zitiert nach Lepsius, siehe Dokument 3 im Anhang.
2 Ebd., 10. Juli 1916, Lepsius a.a.O. S.LXXXVII – LXXIX)
3 Vgl- Koutcharian, Gerayer, Der Siedlungsraum der Armenier unter dem Einfluß der historisch-politischen
Ereignisse seit dem Berliner Kongress 1878: Eine politisch-geographische Analyse und Dokumentation,
Abhandlung des Geographischen Instituts Anthropogeographie, Bd. 43, Berlin 1989.
4 Kieser, Hans –Lukas, Aleviten im Wandel der modernen Geschichte, Vortag auf dem Kongress der
Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient für Gegenwartsbezogene Forschung und Dokumentation
(DAVO) 7.9.2001, Göttingen
5 Die Tageszeitung” Ulus”, 28. Oktober 1937, Vgl. Türkiye Cumhuriyetinde Ayaklanmalar a. a. O. S, III
$. IKS – Nr. 55058 Seite: 222-223 1935
6 Elwert Georg, 1989 Nationalismus und Ethnizität, Über die Bildung von Wir-Gruppen. Ethnizität und
Gesellschaft: Occasional Papers Nr. 22. Berlin
22
7 Türkiye Cumhuriyetinde ayaklanmalar (1924-1938) [Rebellions in the Republic of Turkey, 1924-1938]
(Ankara: T. C. Genelkurmay Baskanlı-ı Harp Tarihi Dairesi, 1972. S112 .Ibid. S 318. Ich ordne diese
Studie deshalb als Vorbereitung zum Völkermord ein, weil Kinder nicht erfasst wurden.
8 Ibid. S.. 77, Türkiye Cumhuriyetinde a. a. O S.422
9 Dersim Gendarma a. a. O S. 34.
10 Ebubekir Pamukcu, Dersim Zaza Ayaklanmasinin Tarihsel Kökenleri, Yön Yayincilik. Istanbul, 1992
11 Mecburi Iskan Yasasi
12 Nr. 2510
13 der als zentralen Punkt die Auslieferung geflüchteter Zaza enthielt
14 [Zazaki: R oza iae] auch 0tus Sekis oder Tertele
15 Darin heißt es:
Art. I a) Tötung von Mitgliedern der Gruppe;
(b) Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe; (Das
Geschah in den Deportationen.)
(c) vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche
Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen;
16 Seit 7. 4. 1980 als Staatsoberhaupt amtierender Senatspräsident
17 Xarpet
18 persönliche Mitteilung eines Zeugen dieses Prozesses aus Elazig , der um Quellenschutz bat.
19 Ýhsan S. Çaðlayangil, Anilarim, Seite 49 -52, Yilmaz Yayinlari, Istanbul 1990 3. Auflage
20 streng geheime Anweisung
21 Ýhsan S. Çaðlayangil, a. a. O. Seite 49 -52,
22 Ebd.
23 siehe Tunceligesetze Anhang Dokument 1
24 Beisitzer bei Hinrichtungen
25 Ýhsan S. Çaðlayangil, Anilarim, Seite 49 -52, Yilmaz Yayinlari, Istanbul 1990 3. Auflage
26 Ebd.
27 Cagliyangil Ihsan Sabri, a. a. O. Seite 49 -52,
28 siehe Kapitel IV
29 Sükrü Kaya war, Innenminister und Generalsekretär der von Mustafa Kemal gegründeten
Republikanischen Volkspartei (CHP), war zur Zeit der “Deportationen ” Leiter der Behörde für die
Ansiedlung von Einwanderern und Nomaden – in die Zuständigkeit dieses Amts fiel auch die
Durchführung der Zwangsumsiedlung der Armenier. Deutsche Konsuln, die damals die Maßnahmen vor
Ort verfolgten, kolportierten eine unmissverständliche Äußerung von Sükrü Kaya: “Man muss die
armenische Rasse auslöschen.” Taner Akcam Bozen, Göttingen, 3. Dezember 2003
www.gfbv.it/3dossier/armeni/010720armeni.html | XHTML 1.0
30 Cagliyangil Ihsan Sabri, a. a. O. Seite 49 -52,
31 Cagliyangil Ihsan Sabri, a. a. O. Seite 52,
32 selbst wenn es nur 300 gewesen waren
33 Cagliyangil Ihsan Sabri, a. a. O. Seite 52,
34 Tenkil kuvvetlerinde
35 Türkiye Cumhuriyetinde a. a. O S. 437
36 Der Stamm der Demeniden hat zwar im ersten Jahr des Genozids eine Holzbrücke und eine
Gendarmeriestadion angezündet. Die Verluste unter dem Militär in der Ersten. Tunceli Operation vom
März 1937 bis 22 Oktober. 1937 waren: ein getöteter Offizier, dessen Angehörige mit 1000 Lira
entschädigt wurden und 4 Verletzte
Die Verluste des Militärs in der 2. Tunceli Operation vom 2. Januar bis 24. August 1938 waren Folgende:
11. Juni 38 1 Gefallener 5 Verletzte
13. Juni 38 3 Gefallene 5 Verletzte
16. Juni 38 1 Gefallener 1 Verletzter
15. Juli 38 1 Gefallener 5 Verletzte
16. Juli 38 5 Gefallene 8 Verletzte
17, 18. Juli 38 10 Gefallene 17 Verletzte
20 Juli bis 24. Aug. 6 Gefallene 10 Verletzte
3. Tunceli Op.. keine Verluste
4. Tunceli Op. keine Verluste
5. Tunceli Op. keine Verluste
37 Ibid. S. 409
38 Abtrünniger, Kommt von Rafidi, wird von den sunnitischen Moslems für alle schiitischen
Religionsgruppen benutzt.
39 Mushin Batur, Anilar Görüsler- Üc Dönemin Perde Arkasi. S 25
23
40 Mushin Batur war für die Durchführung des Massakers an den Zaza in Pertek verantwortlich. Später
wurde er Kommandeur der türkischen Luftwaffe. Er schied im Generalsrang aus dem aktiven Dienst und
zog bei den Wahlen von 1977 als Senator für die CHP in die Türkische Nationalversammlung ein und
wurde Minister.
41 Mushin Batur, a. a. O. S 25
42 Nur Dolay, Le Monde diplomatique Nr. 4948 vom 14.6.1996, Seite 16-17,
43 Hier wird die Fatwa von Ebusuud Efendi von 1548 sinngemäß zitiert
44 vgl. M. Kalman: Belge ve taniklariyla Dersim Direnisleri Istanbul 1995, S. 393
45 Das Protokoll der Unterredung Görings-Heydrichs-Goebbels-Woermann-Funk-Fischbök-Blessin im
Reichsluftministerium, Berlin am 12. November 1938 ist in der Bereicherungsenergie vergleichbar. Siehe
Gespräche zur Weltgeschichte II. Von Wilhelm bis Hitler Goldmann 2003
46 verst. 2001
47 Nazmi Sevgen „Dogu’da Kürt meselesi“ in: o.V. Genelkurmay belgelerinde Kürt isyanlarï 3, Istanbul
1992 (türkische Erstveröffentl. 1970) S.11-46; hier: S.43;
48 aus der Präambel der türkischen Verfassung
49 Atatürk.
50 Übersetzung: Zülfi Selcan, Berlin 19.10.2001
51 Birinci Türk Tarih Kongresi: Konferenslar Müzakere zabitlaln, Istanbul: T. C. Maarif Vekaleti, 1932, S.
VII-XIII
52 Ikinci Türk Tarih Kongresi Istanbul 20 :25. Eylül 1937 S. 851
53 Wie glücklich ist der, der sagen kann, ich bin Anatolier

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